Für mutige Kinder und entspannte Eltern – Vom Klopfen mit der PEP Methode

PEP und Klopfen? Sind das auch alles Fragezeichen bei dir? Aber bist du neugierig, wie dein Kind selbstbewusster und mutiger wird? Dann wirst du hier erfahren, was PEP ist, wie es funktioniert und warum Nicole als Lerntherapeutin vom Klopfen und PEP so begeistert ist.

 Nicole Gerbatsch ist  Lerntherapeutin aus Brühl und nutzt die Klopftechniken schon seit einigen Jahren im Selbstwerttraining mit Kindern. Denn eine lerntherapeutische Förderung ist weit mehr als nur die Vermittlung von Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen.
Ganz wichtig ist die Stärkung des Selbstwertes und der Abbau von Ängsten.
PEP ist eine Methode, die ich euch heute im Interview mit Nicole vorstellen möchte. Aber wie komme ich persönlich zu PEP? Im November habe ich an einem Vortrag von Stefanie Kirschbaum zu PEP teilgenommen und war erst skeptisch, warum ausgerechnet Klopfen helfen soll. Im Workshop haben wir dann selbst die Übungen ausprobiert und ich war begeistert, was mit kleinen Übungen alles möglich ist.

Jetzt kommt Nicole zu Wort und berichtet von ihren Erfahrungen PEP und Lerntherapie miteinander zu verbinden.

Susanne: Was genau ist PEP?

Nicole: Die Abkürzung PEP nach Michael Bohne steht für Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie. Das klingt erstmal kompliziert, aber lasst euch davon nicht abschrecken, ich erkläre gleich was PEP genau ist.
Es ist eine Methode, störende oder unangenehme Emotionen aufzulösen und anhaltend zu verändern, denn man geht davon aus, dass Angst und Entspannung nicht gleichzeitig auftreten können. Durch das Klopfen werden Stress- und Angstgefühle mit positiven Gefühlen überlagert.
Ein ganz wichtiges Element stellt die Verbesserung der Selbstbeziehung dar, indem man sich selbst und die unangenehme Emotion akzeptiert. Während man sich auf die unangenehme Emotion konzentriert, klopft man bei sich selbst 16. Punkte. Im Idealfall sind bereits nach dem ersten Anwenden die Emotionen nachhaltig aufgelöst.
PEP ist viel mehr als nur Klopfen, mit dem es meist in Verbindung gebracht wird! Das Klopfen stellt nur einen Teil der Methode dar, ein weiterer wesentlicher Bestandteil ist das Selbstwerttraining.

Susanne: Wie bist du zu PEP gekommen?

Nicole: Ich habe auf einer Fortbildung zufällig von PEP erfahren und war sofort fasziniert, aber auch kritisch. Es wurden so viele Möglichkeiten benannt, bei denen PEP helfen soll. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Meine Neugier und Interesse waren aber geweckt, so dass ich mich auf den Weg zur Fortbildung zu Michael Bohne gemacht habe. Im Laufe der Fortbildung wandelten sich alle meine Zweifel in absolute Begeisterung. Diese verstärkte sich noch mehr in meiner lerntherapeutischen Arbeit, so dass ich zusätzlich noch die Fortbildung PEP mit Kindern und Jugendlichen absolviert habe.

Susanne: Was begeistert dich an PEP?

Nicole: Die einfache Umsetzung und die Wirksamkeit. Selbst jüngere Kinder können die Technik schnell erlernen und erleben, dass sie selbst die Möglichkeit haben, unangenehme Emotionen zu regulieren und nachhaltig zu verändern.
Ein weiterer Punkt, der mich absolut begeistert, ist die Möglichkeit, mit den Kindern oder Jugendlichen verdeckt zu arbeiten. Dabei bedeutet „verdeckt“, dass ich nicht wissen muss, um welche Themen es bei den Kindern/Jugendlichen geht. Einige möchten nicht erzählen, was sie belastet. Das erneute Erzählen von problematischen Situationen könnte das Erlebte verschlimmern. Daher ist das verdeckte Arbeiten insbesondere bei Themen hilfreich, bei denen sich die Kinder schämen oder es ihnen peinlich ist. PEP kann dann aber genauso wirksam angewandt werden.

Susanne: Kannst du uns ein Bespiel geben, wie du PEP in die Lerntherapie einbindest?

Nicole: Kinder und Jugendliche, die in die integrative Lerntherapie kommen, haben oft schon einen langen Leidensweg hinter sich und viele negative Erfahrungen gemacht. Oft zweifeln sie an sich selbst und trauen sich nur noch wenig oder gar nichts mehr zu. Wenn eine tragfähige Beziehung aufgebaut ist (Beziehung geht immer vor!), biete ich den Kindern und Jugendlichen an, dass ich da eine Methode kenne, die zwar sehr witzig und seltsam aussieht, aber ganz toll funktioniert und frage sie, ob sie nicht Lust haben, diese kennenzulernen. Die Kinder und Jugendlichen gehen viel offener und interessierter mit dem Angebot um als Erwachsene. Sie sind weniger skeptisch und probieren es gerne aus. Meist sind sie selbst überrascht, dass sich ihr sehr unangenehmes Gefühl in ganz kurzer Zeit aufgelöst hat.
In der Lerntherapie gibt es viele verschiedene Situationen, in denen ich PEP einsetze:
– zur Stressregulation
– bei aktuellen unangenehmen Gefühlen (Wut, Ärger, Hilflosigkeit…)
– bei Ängsten (vor Klassenarbeiten, laut vorlesen zu müssen, an die Tafel zu gehen, Schulangst…)
– zur Stärkung des Selbstwertes
– Lernblockaden

Susanne: Welche positiven Effekte siehst du beim Klopfen? Welche Veränderung merkst du bei den Schülern?

Nicole: Die Kinder und Jugendliche erleben, dass sie selbstwirksam sind. Sie werden insgesamt mutiger und selbstbewusster. Selbst wenn sie am Anfang PEP noch kritisch gegenüberstehen, merken sie schnell, dass sie selber unangenehme Emotionen über ihren Körper beeinflussen können. So berichten sie oft, dass sie zu Hause bei ganz verschiedenen Themen geklopft haben und wie gut es ihnen tut. Oder sie erzählen, dass sie ihren Freunden auch gezeigt haben, wie das mit dem Klopfen geht, damit es nicht nur ihnen selbst guttut und hilft.
Auch für das Lernen und die Schule zeigen sich zahlreiche positive Effekte. Bei vielen Kindern und Jugendlichen hat sich die häusliche Übungssituation deutlich entspannt. Sie kann nun ohne Diskussionen oder gar Tränen stattfinden. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Selbstakzeptanzübung.

Susanne: Warum ist PEP und Lerntherapie eine gute Kombination?

Nicole: Hinter beidem steht eine gemeinsame Haltung: sie sind lösungs- und ressourcenorientiert. In der Lerntherapie gestalten wir Situationen, in denen die Kinder und Jugendlichen ihre Stärken und Ressourcen (wieder) wahrnehmen und nutzen, um Lernprozesse anzuregen.
Lerntherapie ohne PEP kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Susanne: Gibt es etwas, wie Eltern das Klopfen daheim unterstützen können?

Nicole: Insbesondere am Anfang brauchen die Kinder und Jugendlichen noch Unterstützung, indem sie in schwierigen Situationen erinnert werden, dass sie eine hilfreiche Methode kennen und nutzen können. Wichtig ist, dass die Eltern ihre Kinder nicht drängen. Gerade bei jüngeren Kindern kann es auch hilfreich sein, wenn die Eltern stellvertretend für das Kind bei sich selbst klopfen. Daher lade ich die Eltern immer ein, die Methode – gemeinsam mit ihrem Kind oder in einer separaten Stunde – ebenfalls kennenzulernen und auszuprobieren.

Wer jetzt mal PEP live erleben möchte, der findet auf auf Innen-Leben verschiedene Videos von Dr. Michael Bohne, die ich für Eltern wärmstens empfehlen kann. Denn auch Eltern benötigen in dieser Zeit positive und selbstwertstärkende Gedanken. Empfehlenswert sind auch die Kartensets, die haben mich total begeistert und sind auch in verschiedenen Sprachen erhältlich. Probiert es einfach mal aus.

Hinweis: INNEN-LEBEN ist eine nicht-kommerzielle, ehrenamtliche Initiative von Sabine Ebersberger und Michael Bohne.

Die Nutzung der auf dieser Website (Innen-Leben) vorgestellten Übungen, Techniken und deren zugrunde liegenden Methoden erfolgt auf eigene Verantwortung und kann kein Ersatz für eventuell notwendige Therapien bei behandlungsdürftigen Erkrankungen sein. Das INNEN-LEBEN Kartenset (2020) von Sabine Ebersberger und Michael Bohne ist unter der Creative Commons 4.0 Lizenz BY-NC-SA veröffentlicht: www.creativecommons.org

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