In ungewöhnlichen Zeiten zur Mutter-Kind-Kur an der Ostsee

Mutter-Kind-Kur an der Ostsee? Warum schreibe ich heute mal nicht über Rechnen, Schreiben, Lesen und Lernen?

Ganz einfach, es war eine so tolle Zeit an der Ostsee, die ich gerne mit euch teilen und anderen Müttern/Vätern zeigen möchte, wie gut solch eine Auszeit tut und dass ich neben meiner Arbeit als Lerntherapeutin auch mal ganz einfach Mutter bin, mit dem täglichen Wahnsinn zwischen Job, Schule, Pandemie, Unsicherheit, Sorgen und Hoffnung und ständigen Änderungen, wie es nächste Woche wohl weitergeht (politisch, schulisch, beruflich und auch emotional).

Kurzer Hinweis: Diesen Blogartikel schreibe ich nicht, weil ich Werbung machen möchte, die Ostseeklinik Boltenhagen hat mich dazu nicht beauftragt oder mich in irgendeiner Art und Weise beeinflusst. Ich bin einfach ich und da ich sehr gerne blogge, möchte ich heute mit euch meine wunderbare Auszeit, die ich an der Ostsee hatte, teilen.

Wer noch nie zu einer Mutter-Kind-Kur (an der Ostsee) war, wird hier Tipps und Anregungen bekommen, wer gerade eine Kur plant, wird vielleicht animiert, endlich mal den Antrag zu stellen. Es lohnt sich, auch wenn die Vorbereitung emotional und körperlich anstrengend war. Zumindest habe ich eine enorme Anspannung vorher gehabt, ob auch wirklich alles klappt und wir die Reise antreten können.

Antragsstellung Anfang 2019

Es ist kaum zu glauben, aber ich habe tatsächlich die Kur schon Anfang 2019 in die Wege geleitet. Die Bewilligung ging relativ schnell (8-10 Wochen). Damals war der Wunsch an die Ostsee zu fahren ebenfalls schon da, aber wir hatten noch eine andere Klinik ins Auge gefasst, die aber damals schon über Monate ausgebucht war. Man bat mich dort im Frühsommer nochmal anzurufen und als ich dann anrief, verpasste ich um wenige Tage die nächsten freien Plätze. Die Absage am Telefon war sehr unfreundlich. Ganz ehrlich, ich fühlte mich veräppelt, da man mir für Herbst eigentlich schon eine mündliche Zusage gemacht hatte und mich auf die Warteliste nehmen wollte.

Ich telefonierte herum und kontakte über 30 Kurkliniken. Die Krankenkasse unterstütze mich anfangs kaum (suchen Sie sich ihre Wunsch-Klinik aus und fragen Sie nach), erst nachdem ich wirklich nochmal gedrängt hatte, nahm man mir die Arbeit des Herumtelefonierens ab und ich hatte dann Anfang Oktober 2019 die Zusage für Juni 2020 in Boltenhagen.

Absage aufgrund von Corona – Mai 2020

Die Vorfreude war riesig, wir konnte an nichts anderes mehr denken, nachdem die Bewilligung schon monatelang vorlag. Tja, was dann kam, damit konnte keiner rechnen. Die Pandemie nahm ihren Lauf und alle Kurkliniken schlossen ab März 2020 für einige Monate. Als im Juni die Kurklinik in Boltenhagen wieder öffnete und mit 50% Belegung startete, kam ich mir vor wie einer Lotto Auslosung, auf Facebook verfolgte ich täglich, wer in der Gruppe „Ostseeklinik Boltenhagen“ oder auch in einer der anderen Gruppe eine Ab-oder Zusage bekam. Es war schlimmer als jede Achterbahnfahrt, dann kam der Anruf und wir hatten Pech und gehörten zu den 50% die leider nicht fahren durften.

Ich war am Boden zerstört. Kurz zuvor war mein Vater gestorben und ich hatte einfach keine Kraft mehr. Wieder musste ich aktiv werden, von der Krankenkasse hörte ich leider nichts.  Wenige Wochen später rief ich wieder in der Klinik an und bekam einen neuen Termin für März 2021. Im Nachhinein ist das unfassbar, wie lange und mühsam die Antragsstellung war, aber vermutlich haben wir deswegen die Zeit so unheimlich genossen. Es war wie ein riesen Geschenk.

Vorbereitung

Da die erste Mutter-Kind-Kur an der Ostsee im Sommer 2020 abgesagt wurde, konnte ich es ab Januar kaum noch erwarten. Aber ich dachte immer, wer weiß, ob es diesmal klappt. Ich war nervös, dass womöglich wieder völlig kurzfristig eine Absage kommen würde. Also ging alles wieder von vorne los, Schulen informieren, in meinem Fall meinen Rektor und das Sekretariat (arbeite als Lehrkraft und Lerntherapeutin an einer Grundschule), die aber kein passendes Formular für mich fanden (Formulare gibt es nur für eine Beurlaubung, da ich aber eine der ganz wenigen an der Schule bin, die nicht verbeamtet ist, musste also erst was gefunden werden). Meine eigenen Schüler zu planen war weniger einfach, es war bis zum Schluss anstrengend, um alles gut organisiert zu bekommen.

Whatsapp Gruppe von unserem Kurdurchgang

Über Facebook hatten sich immer mehr Mütter gefunden, die zur gleichen Zeit anreisten und so hatten wir schon ab Januar unsere eigene kleine WhatsApp Gruppe, die zum Schluss mit über 24 Müttern doch recht gewachsen war. Wir diskutierten, was wir mitnehmen müssten, wer die Koffer vorschickt und wie die Autofahrt organisiert wird. Was ist geschickter, selbst fahren oder sich fahren lassen? Wie wohl das Essen sein? Immer wieder präsent und nicht wegzudenken war die Frage, wird unser Corona Test auch wirklich negativ sein? Das war für mich und für viele andere noch das letzte I-Tüpfelchen. Was wäre, wenn doch jemand symptomfrei positiv sein sollte? Undenkbar und den Gedanken haben wir immer wieder von uns geschoben.

Über unsere WhatsApp Gruppe lernte meine jüngere Tochter schon ein gleichaltriges Mädchen kennen, was – wie der Zufall will – auch noch am gleichen Tag Geburtstag hat. Beide schrieben sich schon vor der Kur Briefe und skypten. Die Vorfreude stieg somit nochmal extrem an.

So toll es war diese WhatsApp Gruppe zu haben, manchmal war es der helle Wahnsinn, morgens aufzuwachen und über 200 ungelesene Nachrichten zu sehen. Es war somit ein Segen und Fluch zugleich, aber immer super spannend:-)

5 Tage vor der Fahrt bekam ich meine erste Corona-Impfung. Denn in BW waren auf einmal Grundschullehrer in der Prio nach oben gerutscht. So nahm ich noch schnell einen Termin wahr und lag dann allerdings erstmal flach. Ich bekam Panik, wie sollte ich da die 900 km mit dem Auto schaffen? 12 Stunden Zugfahrt waren auch keine Alternative. Also lag ich mit Schüttelfrost und Kopfweh auf der Couch und organisierte noch schnell ein Hotelzimmer für eine Zwischenübernachtung auf halber Strecke. Gab es überhaupt Hotels, die offen hatten? Brauchte ich dafür einen Nachweis, dass ich geschäftlich reise? Es war unkomplizierter als ich dachte, das erste Hotel ignorierte meine email, das zweite meldete sich sofort und die Übernachtung in Fulda war gebucht. Puh, das nahm eine große Last von mir.

Corona Testung vor der Abreise

Einen Tag vor der Abreise war es dann soweit. Wir hatten zu dritt unseren Corona Abstrich (PCR Test, kein Schnelltest) bei meinem Hausarzt. Gott sei Dank war das möglich, wir mussten daher nicht zu 2 Ärzten und damit nochmal extra zum Kinderarzt, sondern konnten alles zusammen erledigen. Für meine Große war es der 2. Abstrich, für mich einer der vielen, die ich schon vorher freiwillig in Anspruch genommen hatte und für die Kleine der erste Abstrich. Aber es war überhaupt nicht schlimm und ging so schnell, dass wir dann weiter Koffer packen konnten. Die Ärztin hat noch unsere Masern-Impfungen für die Kurklinik bestätigt und die Abstriche gingen dann kurz danach ins Labor. Jetzt hieß es abwarten. Uns war klar, dass wir vermutlich erst kurz vor der Ankunft die endgültige Gewissheit haben werden. Wir waren alle so aufgeregt.

Ich weiß bis heute nicht, wie wir es geschafft haben, alles zu packen und an alles zu denken: die Schulsachen, unsere Spielsachen, Bademäntel, Gummistiefel, eine schier unendliche Liste. Hilfreich für uns war aber die Kofferliste der Kurklinik und die Übersicht, die wir mit der Post bekommen hatten. So hatten wir einen kleinen Leitfaden und konnten abhaken, was schon erledigt/gepackt war.

Punkt 15 Uhr ging es los, erster Stopp Fulda. Die Fahrt verging so schnell, es waren ja „nur“ 4 Stunden, für uns quasi eine Kurzstrecke:-). Im Dunkeln kamen wir im Hotel an, es war gespenstisch leer. Der Check-in ging super schnell. Wir futterten unser Müsli, sahen noch einen Film zusammen und gingen zeitnah ins Bett.

Früh am Morgen wartete unser Vesperpaket schon auf uns im Kühlschrank und gegen 6.30 Uhr ging es schon wieder weiter Richtung Norden.

Der erlösende Anruf – Testergebnis negativ – 100 km vor der Ostsee

100 km vor der Ostsee kam der erlösende Anruf, alle 3 waren wir negativ, so konnte ich die letzten Kilometer viel entspannter fahren und war überglücklich. Kurz davor hatte ich von einer Mutter erfahren, dass ihr Sohn positiv sei und eigentlich wollte sie auch am gleichen Tag anreisen wie wir, es war so unfair, aber der Ersatztermin im Juli – bei schönstem Sommerwetter – tröstet sie hoffentlich ein wenig.

250 Meter bis zum Strand

13 Uhr Ankunft. Es erschien mir fast unwirklich, endlich da zu sein. Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir in Boltenhagen an, parkten auf dem Parkplatz der Kurklinik und gingen sofort zum Strand – es dauerte keine 2 Minuten (ca. 250m).  Es war einfach herrlich und so völlig unwirklich. 3 Wochen Kur lagen vor uns, 3 Wochen Auszeit, nur für uns.

 

 

 

 

 

 

Wie ist der Tagesablauf?

Bestimmt wollt ihr wissen, wie so ein Tag währen der Mutter-Kind-Kur an der Ostsee so aussieht.
Dabei muss ich sagen, dass es keine typischen Tage gab. Morgen starteten wir entweder mit Kneipkuren (wurde zweimal die Woche zwischen 7.00 und 7.30 Uhr angeboten) oder direkt mit dem Frühstück um 7.50 Uhr. In Woche 1 war direkt im Anschluss für die Mädels Schule und ich hatte unterschiedliche Therapien, von Walking, über Bewegungstherapie, Wassergymnastik und Klima Terrain (wir gingen an den Strand, führten Atemübungen durch und egal, wie kalt das Wasser war, gingen mit den Füßen hinein — absolut empfehlenswert-nicht vergessen wir waren im März da).

Zwischen den Therapien hatte ich immer genug Zeit für mich, konnte einfach mal so an den Strand und die Seele baumeln lassen.
Um 12 Uhr gab es schon wieder Mittag, meine Mädels waren schon alt genug und konnten selbständig von der Kinderbetreuung zum Speisesaal laufen. Natürlich hat es anfangs ein wenig Übung erfordert sich in den verschiedenen Häusern zurecht zu finden, aber eigentlich ging alles immer nur geradeaus😊

Die Große hatte auch einen eigenen Schlüssel und war somit unabhängig und konnte nach der Schule zur Betreuung oder zu ihren Therapien selbständig gehen.
Auch am Nachmittag gab es Termine, aber so, dass noch genügend Zeit für gemeinsame Strandnachmittage blieb und manchmal mussten wir natürlich auch noch ein wenig was für die Schule machen.
Es gab auch verschiedene Vorträge in der ersten Woche u.a. zur Stressbewältigung und zur Erziehung.

Die Kinder hatten Kinderturnen, Kinderschwimmen, Atemtherapie, aber auch viel Zeit für Kreativität bei den vielen tollen Bastelangeboten, die gerade zur Vor-Osterzeit super schön waren.

Schwimmen

Das Highlight jeder Woche waren die Therapien im Wasser und das freie Familienschwimmen einmal die Woche. Das freie Schwimmen war meistens abends zwischen 18 und 20 Uhr, jede Gruppe hatte 60 Minuten und wir haben das so genossen. Drumherum hatten Schwimmbäder zu und wir durften ins Wasser, das war so herrlich.

Das Essen und Essenszeiten

Es gibt momentan aufgrund der Pandemie Situation 6 Essenszeiten, vorher gab es nur 3 wurde mir mitgeteilt. Wir waren Essensgruppe 4 und hatten damit

Frühstück von 7.50 – 8.30 Uhr

Mittagessen von 12.00- 12.30 Uhr  und

Abendessen von 17.50 Uhr – 18.30 Uhr

Wir hatten die ganze Zeit über einen festen Sitzplatz, dies hat sich aber an unserem Abreisetag geändert, man konnte so täglich seinen Platz aussuchen und war nicht mehr gebunden.

Ich persönlich fand die festen Plätze genau richtig, man hatte seinen festen Stammplatz und fühlte sich dort einfach wohl. Außerdem wusste man, wer neben einem sitzt und konnte so immer wieder an die Gespräche der vergangenen Tag anknüpfen.

Frühstück

Das Frühstück wird als Selbstbedienungsbuffet angeboten. Es ist alles dabei von Müsli, über Joghurt, Brötchen, Zwieback, Knäckebrot, diverse Käse und Wurstsorten, Marmelade, Honig, Obst, Saft, Wasser, Kakao, Tee und Kaffee. Vermutlich habe ich einiges vergessen, aber wir haben uns über diesen Start in den Tag immer sehr gefreut.

Ja und der Kaffee?

Ist das nicht immer ganz wichtig? Kann man den überhaupt trinken? 😊

Beim Kaffee gehen ja die Meinungen auseinander. Natürlich war es kein Latte Macchiato oder Cappuccino, aber er war ganz okay und meine Sitznachbarin und ich haben uns gegenseitig den Kaffee ans den Platz gebracht. Danke Birgit, ich trinke heute einen Kaffee für dich mit und denke an dich und deine Kinder. Danke für die angenehmen Gespräche zu unseren Essenszeiten.

Für uns haben die Essenszeiten perfekt gepasst. Ich denke, dass die Klinik bei der Planung ihr Bestes versucht, um jüngere Kinder früher einzuplanen und ältere später, das gelingt ggf. nicht immer, so war eine befreundete Familie mit ihren beiden Töchtern (5 und 8) in Essensgruppe 1 und hatte daher schon um 6.45 Uhr Frühstück (war kein Problem), um 11 Uhr Mittagessen (naja, haben sich dran gewöhnt) und um 16.45 Uhr zur eigentlich üblichen Tee-Kaffeezeit schon Abendessen. Aber hin und wieder fiel dann eben das Abendessen aus und wir haben mit ihnen den Strand und die Gegend erkundet, um möglichst lange den Nachmittag zusammen zu verbringen. Man kann alles negativ sehen, man kann auch einfach das Beste draus machen und die Planung so akzeptieren, wie sie gemacht wurde. Danke Ines, dass du da immer so positiv warst und dein Müsliriegelvorrat und deine Suppenterrinen waren goldrichtig😊

Ich glaube, es wird selten soviel diskutiert wie übers Essen. Auch wir hatten auf Facebook die Gruppenkommentare verfolgt, dass einige das Essen schrecklich fanden, andere wiederum ganz toll.

Um es kurz zu machen, es war fantastisch, es hat fast immer sehr sehr lecker geschmeckt und die Tatsache, dass man um 12 Uhr in den Essensraum kommt, sich Besteck und Nachtisch holt und dann so freundlich bedient wird, ist wirklich klasse

Mittagessen

Es gibt jeden Tag 2 Gerichte zur Auswahl, die man an diesem Tag spontan auswählen kann, nachdem man am Tisch Platz genommen hatte. Für die Kinder gab es ein festes Essen. Aber natürlich haben wir auch mal getauscht.

Es gab auch Tage, da hat es meinen Töchtern nicht geschmeckt, so gar nicht, wirklich Null, das passierte genau 2x, aber so what, dann nehmen wir eben nochmal mehr Suppe, holen uns einen zweiten Nachtisch und essen unterwegs am Strand noch eine Bratwurst. Das kam aber so selten vor und das heißt schon was, bei meiner älteren Tochter, die am liebsten jeden Tag nur Spätzle, Schupfnudeln oder eben alles von Oma essen möchte. Sie ist seeeeeehhhhhhr anspruchsvoll und war doch sehr zufrieden mit dem Essen.

Danke an das großartige Küchenteam für eure Mühe, eure Geduld, wenn ich zum x-ten Mal die Suppentasse falsch in der Geschirrrückgabe einsortiert hatte (manchmal war ich gedanklich wohl abwesend und tiefenenstpannt) und eure Mühe, den Kindern einen Nachschlag an den Tisch zu bringen. Ihr seid spitze und dafür möchte ich euch danken. Auch für die unkomplizierte Lösung den Tisch zu wechseln, um näher an einer anderen Familie zu sitzen.

Was mir aber total gefehlt hat, war mal ein Frühstück ohne Zeitdruck, einfach mal morgens sitzenbleiben und nicht die nächste Familie im Nacken zu wissen, die unseren Tisch benötigt. Aber ich glaube, das sind Luxusprobleme, wir sind eben zur Kur und nicht im Urlaub. Einige Familien haben am Wochenende länger geschlafen und das Frühstück sausen lassen, zumal einige ja schon um 11 Uhr Mittagessen hatten. Man kann auch stundenlang über die Essenszeiten meckern (haben wir alles erlebt), aber ich denke mal, dass die Planung für soviele Kurgäste nicht einfach ist und man kann es nie allen Recht machen.

Abendessen

Das Abendessen war wieder in Buffetform und meistens gab es noch etwas Warmes dazu. Grießbrei, mal eine Suppe, noch etwas vom Mittagessen. Außerdem gab es verschiedene kleine Salate, Brot mit Wurst, Käse, eigentlich alles, um satt und glücklich zu sein und den Tag ausklingen zu lassen.

Danke an das großartige Küchen- und Serviceteam, ihr habt dazu beigetragen, dass wir eine wunderschöne Kurzeit hatten.

Schule – muss das wirklich sein:-)?

Die liebe Schule. So ganz ohne ging es in der Kur leider nicht. Wir sind ausgerechnet zur Mutter-Kind-Kur an die Ostsee gefahren, wo bei uns in BW die Schulen wieder für einige Klassen öffneten. Das war nur insoweit ungeschickt, dass die Online Plattformen nicht mehr ganz so gut gepflegt wurden, wie noch im Fernunterricht. Wenn die Schule mir Unterlagen per email geschickt hat oder etwas hochgeladen hat, konnte ich diese Dinge über die Rezeption ausdrucken lassen.
Der einzige Knackpunkt, der in der erste Woche für Unruhe gesorgt hat, war die Tatsache, dass nur 1 Woche Schule für die Kinder sei und zwar jeden Tag 60 Minuten. Ursprünglich sollten jeden Tag 90 Minuten und 10 Tage Unterricht sein. Ein Schock, wenn ich ehrlich bin, das hätte man vorab netterweise kommunizieren können, hat man aber leider nicht. So ist man mit ganz falschen Erwartungen nach Boltenhagen gefahren.

Kleine Gruppen – individuelle Betreuung 

Als dann aber Schule war, waren wir sehr zufrieden, es waren sehr kleine Gruppen nur 4-5 Schülern. Die Lehrkraft konnte so sehr individuell auf meine Töchter eingehen.
Beide waren zur gleichen Zeit im Unterricht, dadurch war unsere Tagesplanung viel einfacher. Der Unterricht war für meine Töchter super gelegt, immer um 8.30 Uhr, direkt nach dem Frühstück. Bei anderen Kindern haben die Zeiten gewechselt, mal vor- mal nachmittags.
Danke liebe Frau S. für Ihre Zeit und Geduld und ihre tollen Vorträge zum Thema Ostsee. Man spürt, dass sie da mit voller Leidenschaft dabei sind.

Apropos Kinderbetreuung

Meine Mädels waren in 2 unterschiedlichen Betreuungsgruppen und haben sich die ganze Zeit komplett wohl gefühlt.

Von Strandausflügen, über Bastelangebote, dem tollen Spielplatz direkt vor der Tür wurde alles geboten, um sich einfach wohl zu fühlen. Hatte man als Mutter mal eine Frage, nahm man sich ganz intensiv die Zeit für einen. Für mich war das einfach toll zu wissen, dass meine Mädels dort gut aufgehoben waren. So konnte ich mich zurücklehnen und auch mal ein wenig Zeit für mich alleine genießen.

Danke an die tollen Betreuer dort. Ihr habt das einfach spitze gemacht, wir denken gerne an die Seepferchen und Muschelgruppe zurück.

Geräuschpegel in der Klinik

Nunja, es ist kein Einfamilienhaus am Waldesrand, aber in den Zimmern fand ich es sehr angenehm leise. Haben sich allerdings Eltern mit ihren Kindern in den Gängen lautstark unterhalten, war jedes Wort zu hören. Von den Zimmernachbarn hat man allerdings nichts gehört, vermutlich hatte ich einfach die besten Zimmernachbarn der Welt, die Rücksicht genommen haben😊. Falls ihr das hier lest, nochmal ein herzliches Danke.

Ausflüge – in Boltenhagen

Die Region um die Kurklinik lädt an sich schon zu unheimlich tollen Ausflügen ein….von der Steilküste zur Weißen Wiek bis hin zum Schloß Bothmer.

Das Schloss war zwar im März geschlossen, aber es wirkt von außen schon unheimlich imposant und wir fühlten uns wie die Könige, da wir auf dem ganzen Gelände alleine waren.  wird noch ergänzt:-)

Von der Kurklinik kann man entweder direkt zur Steilküste fahren und dann noch ein kleines Stück laufen oder man läuft von der Seebrücke immer weiter geradeaus (Achtung ein wenig Zeit mitbringen). Der Ausblick lohnt sich.

Die Weiß Wiek war im März menschenleer, es war fast schon gespenstisch. Aber still, ruhig und perfekt um einmal abzuschalten.

Absolut empfehlenswert ist das Café und Restaurant die Kleine Büdnerei“ auf dem Weg zur Seebrücke. Im März war immer nur am Wochenende offen, aber wir konnten uns etwas zur Stärkung mitnehmen. Die Crêpes waren unheimlich lecker und der Kaffee ist auch empfehlenswert.

Ausflüge um Boltenhagen herum

Auch außerhalb von Boltenhagen durften wir uns im März frei bewegen. An einem Wochenende sind wir nach Wismar in den Tierpark gefahren. Solange waren wir nicht mehr in einem Tierpark und hatten einen wunderschönen Tag dort. Auch die Stadt Wismar ist immer einen Besuch wert.

Was wird mich nach der Kur begleiten?

Neben dreckiger Wäsche, zwei glücklichen Kindern und einem Berg Sand in den Taschen, nehme ich vor allem Dankbarkeit mit. Dankbar über 3 wunderbare Wochen mit meinen Töchtern. 3 Wochen, an denen ich jeden Tag morgens von den Möwen geweckt wurde, an denen ich wusste, unten im Speisessaal warte ein tolles Frühstücksbuffet auf mich und eine Reihe lieber Menschen, mit denen ich diese Zeit verbringen durfte.

Es war eine kleine Wohlfühloase inmitten dieser Pandemie mit den täglichen Schlagzeilen um den richtigen Impfstoff, weiteren Lock-Down-Maßnahmen und Gedanken, wie es mit der Schule weitergeht. All das war trotzdem präsent, aber wir versuchten immer wieder das Hier und Jetzt zu genießen.

Wir hatten eine Schwimmbad, was wir zu Therapiezeiten nutzen konnten, hatten 1x die Woche freies Schwimmen, tolle Bastelangebote und den Strand direkt vor der Tür. Außerdem hatten wir einen Plan für 3 Wochen und mussten uns um nichts kümmern. Die ständigen Änderungen in der Pandemie, die täglich, wöchentlich auf uns einprasseln sind so anstrengend, all das war fast vergessen und wir konnte uns auf uns als Familie konzentrieren, uns Zeit nehmen und mal abschalten.

Auch an einem Regentag packten wir uns warm ein und stapfen zum Strand, zur Steilküste oder holten uns unterwegs einen Crêpe. Die Natur und das Meer sind unschlagbar, davon werden wir noch lange zehren und immer denken, egal, was da draußen für ein (Corona)Sturm tobt, wir sind im Hier und Jetzt und haben alles, um glücklich zu sein.

Danke an die tolle Essensgruppe 4, mit euch hatte ich eine wunderbare Zeit, lustige Therapiestunden und tolle Gespräche. Danke an das wunderbare Team der Ostseeklinik. Wir denken sehr gerne an die Zeit zurück.

Hier ist noch nicht das Ende. Ich ergänze meinen Erfahrungsbericht unserer Mutter-Kind-Kur an der Ostsee sehr gerne in den nächsten Tagen. Schaut doch mal wieder vorbei:-)

Und wer sich doch gerne zum Thema „Leichter Lernen“ austauschen möchte, der darf gerne in meine Facebook Gruppe kommen.

 

Eure Susanne

Austausch Facebook Gruppe

 

11 Comments

  • Vielen lieben Dank dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst.
    Du schreibst so positiv, und man bemerkt wieviel die eigene Einstellung und Sichtweise das Leben beeinflussen!
    Alles Gute

    • Danke für deinen lieben Kommentar. Die Zeit an der Ostsee war einzigartig. Ich kann einfach nur positiv schreiben und allen Mut machen, trotz Pandemie oder gerade jetzt erst recht einen Antrag auf eine Mutter-Kinder-Kur zu stellen. Diese Auszeit tut so gut.

  • Hallo Susanne,
    Du hast alles super geschrieben. Passt alles genau.
    Ich und meine Tochter (4jahre) waren am 12.5 von Boltenhagen wieder gekommen und unsere 3 Wochen waren auch so herrlich, sie gingen so schnell um. Ich würde jeder Zeit wieder dort eine Kur machen und die Ostseeklinik Boltenhagen auch jeden empfehlen.

    Alles Gute

    Nicole aus dem Vogtland

    • Vielen lieben Dank für deine Rückmeldung. Schön, dass es euch genauso ging wie uns. Es war einfach phantastisch.

  • Liebe Susanne,
    danke für den Bericht. Er kommt zur rechten Zeit. Ich bin kur-reif und werde nächste Woche meine Hausärztin darauf ansprechen. Dein Bericht klärt schon einiges. Was offen ist, ist die Antragsstellung. Klingt, als wäre das bei dir sofort bewilligt worden?

    • Liebe Silke, danke für deine Nachricht. Von der Antragsstellung bis zur Bewilligung hat es ca. 8-10 Wochen gedauert (aber das war wie gesagt Anfang 2019). Wer hätte damals gedacht, dass wir erst im März 2021 zur Kur fahren werden.

  • Toll geschrieben, wir ( meine beiden Kids 13 und 3 und ich) waren im September/Oktober 2020 in Boltenhagen. Wirklich alles super organisiert, supernettes Personal, die sich viel Mühe gegeben haben. Ich war 2009 schonmal dort und würde jederzeit wieder fahren…Klar, gibt es Menschen, die immer was zu meckern haben, allerdings darf man nicht vergessen daß man in Kur und nicht im Urlaub ist…und wenn man positiv und offen für alles ist, kann man dort eine wunderschöne Zeit erleben, von der man noch gaaaaaanz lange profitieren kann.

    • Sie hat das wirklich super gemacht. Leider war nur eine Woche Schule, aber die war wirklich gut organisiert und meine Kinder waren gerne bei ihr. Lieben Gruß und danke für deinen Kommentar Angelika.

  • Hallo Susanne!
    Tatsächlich lese ich als Zi.131 deinen Dank an uns 😬 den kann ich nur zurückgeben. Ihr ward still wie die Mäuschen, haben sehr gut gelebt und geschlafen neben euch! Viele Grüße

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