Der Start in die Lerntherapie ist spannend, aber oft auch mit Unsicherheiten und einigen Business Fehlern verbunden. Ich weiß das sehr genau. Seit über acht Jahren arbeite ich nun als Lerntherapeutin und begleite Kinder, Eltern und Lerntherapeuten mit großer Leidenschaft. In dieser Zeit habe ich nicht nur viel gelernt, sondern auch einige Fehler gemacht. Und genau daraus ziehe ich heute meine wertvollsten Erfahrungen.

Im Lerntherapeuten-Netzwerk, das es nun seit 3,5 Jahren gibt, unterstütze ich angehende Lerntherapeuten beim Einstieg in ihre Selbstständigkeit. Und ich sehe dort immer wieder: Viele Herausforderungen wiederholen sich. Gerade zu Beginn drehen sich viele Gedanken um Fragen wie: Bin ich schon gut genug? Was darf ich verlangen? Wie mache ich mich sichtbar – ohne mich zu verbiegen?

Damit du nicht dieselben Umwege gehen musst wie ich (und viele andere), teile ich hier die 7 häufigsten Business-Fehler beim Start in die Lerntherapie – inklusive konkreter Tipps, wie du sie vermeiden kannst. Für mehr Klarheit, Selbstvertrauen und einen erfolgreichen Start.

#2: Kostenlos starten – aus Angst, nicht genug zu können

„Ich bin noch in Ausbildung – da kann ich doch kein Geld nehmen!“ Diesen Satz höre ich regelmäßig von angehenden Lerntherapeuten. Viele möchten „erst mal Erfahrung sammeln“ und bieten ihre Förderung kostenlos oder extrem günstig an. Die Gedanken dahinter sind nachvollziehbar: Ich arbeite doch mit Kindern, das ist doch sozial. Eltern sollen sich meine Hilfe leisten können.

Aber: Schon während deiner Ausbildung bringst du einen echten Mehrwert. Du bereitest dich sorgfältig vor, entwickelst individuelle Förderpläne und begleitest Kinder einfühlsam. Warum solltest du diese wertvolle Arbeit verschenken?

Mein Tipp: Arbeite nicht umsonst. Steige gerne in deiner Ausbildungszeit preislich etwas tiefer ein, aber du bietest von Tag 1 deinen Schülern und deren Eltern einen enormen Mehrwert, den darfst du dir auch vergüten lassen. Vergiss aber später nicht deine Preise auch zu erhöhen, wenn deine Ausbildung abgeschlossen ist. Kalkuliere auch Vor- und Nachbereitungszeit in deinen Stundensatz ein.

„Besser ein Diamant mit einem Fehler als ein Kieselstein ohne.“ (Konfuzius)

#2 Bin ich überhaupt schon gut genug? Mir fehlt die Praxiserfahrung

Wenn du eine gute lerntherapeutische Aus-/Fortbildung durchlaufen hast, dann bist du ganz sicher schon gut genug. Du wirst mit jedem Schüler dazulernen, deine Förderung anpassen und neue Materialien kennenlernen. Es ist ein Prozess. Dieser Prozess kann aber nur laufen, wenn du dich traust, zu starten. In unserem Lerntherapeuten-Netzwerk bist du mit deinen Fragen nicht alleine.

#3 Austausch mit Lehrkräften fällt mir schwer – die haben doch gar keine Zeit

Das höre ich sehr oft. Allerdings kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen: Die meisten Gespräche laufen sehr wertschätzend ab.

Aber auch ich hatte Gespräche, die möchte ich nicht nochmal haben. Eine Schulleiterin hatte mich tatsächlich in ein Gespräch verwickelt und meine lerntherapeutische Qualifikation infrage gestellt. Ich habe sachlich versucht, ihr zu erklären, welche Kompetenzen Lerntherapeuten haben. Heute weiß ich, jedes Wort war zu viel. Sie hatte sich vorab schon ihre Meinung gebildet. Auf solche Diskussionen lasse ich mich heute nicht mehr ein.

Grundsätzlich aber sind Lehrkräfte auch nur Menschen und sind sehr offen für einen Austausch, denn schließlich geht es um den gemeinsamen Schüler, den wir fördern.  Mit diesem Schüler-Fokus, einer Portion Gelassenheit und dem gegenseitigen Verständnis sind solche Gespräche sehr hilfreich. Mehr Tipps für den Austausch mit Lehrkräften bekommst du hier.

Vorteile von diesen Gesprächen: Du wirst mit jedem Gespräch sicherer und Lehrkräfte empfehlen dich ggf. weiter (da war doch mal das Telefonat mit Frau xx zur individuellen Förderung, das hat mir weitergeholfen).

#4 Jugendamt – Zusammenarbeit und Anerkennung

Vielleicht stehst du auch gerade vor der Entscheidung, mit dem Jugendamt vor Ort zu kooperieren. Vielleicht wimmelt dich dein Jugendamt auch ab. Auch hier mein Tipp. Frage bei anderen nach, wie deren Prozess war, welche Unterlagen sie eingereicht haben, welche Leistungsvereinbarung sie übermittelt haben. Keiner muss Einzelkämpfer sein.

#5 Ich brauche doch erst mal ganz viel Material 

Dass du ohne Berge an Material nicht starten kannst, ist ein absoluter Mythos und ein Business Fehler, der sich wirklich hartnäckig in den Köpfen hält. Auch ich habe anfangs einiges an Material gekauft und dann immer wieder dazugekauft. Denn alles schien wichtig und sollte meine Förderung besser machen. Aber es geht auch anders. Es gibt auch kostenloses Material

  • z.B. bei Legakids (Online Spiele, Anregungen, Ideen)
  • fokussiere dich am Anfang auf einen Bereich, Legasthenie oder Dyskalkulie. Das erleichtert den Einstieg und auch den Materialkauf
  • Spiele kannst du in der Bibliothek ausleihen. Unsere hat eine riesige Spielesammlung, da sind auch einige dabei, die sich für die Förderung super eignen
  • bist du Mitglied im Fachverband integrative Lerntherapie (FIL) oder beim Kreisel, dann abonniere deren Newsletter (meine besten Newsletter Tipps bekommst du hier) –  immer wieder löst jemand seine Praxis auf oder verkauft seine Sachen sehr günstig
Business Fehler in der Lerntherapie vermeiden, mit gezieltem Material geht's leichter
Manchmal braucht man nicht viel Material: Nur Würfel und Dienes Material:-)

#6 Tue Gutes und sprich darüber

Du bist schon lange als Lerntherapeut tätig, aber bist eher der ruhigere Typ und möchtest nicht hinausposaunen, wie toll du bist? Glaub mir, ich verstehe dich. Wenn man gut ist, dann ist man ausgebucht, warum sollte man dann noch Öffentlichkeitsarbeit machen?

Nunja, ich hab hier 3 Gründe für dich. Vielleicht überzeugt dich einer davon:-)

  • Investiere in Öffentlichkeitsarbeit in guten Zeiten, es kommen vielleicht auch wieder schlechtere Zeiten
  • Mit deinem Beitrag (Blogbeitrag, Podcastinterview, Zeitungsinterview) sorgst du dafür, deinen Expertenstatus nach außen sichtbar zu machen.
  • Du wirst Feedback auf deine Beiträge erhalten, das motiviert dich und stärkt dein Selbstbewusstsein und auf einmal bist du „süchtig“ nach mehr (Feedback einer Lerntherapeutin nach einem Online Seminar zum Thema Öffentlichkeitsarbeit: „Susanne, ich hab jetzt richtig Lust einmal selbst zu bloggen.“)

Wenn alle gemeinsam vorankommen, dann stellt sich der Erfolg von selbst ein.

Henry Ford, Gründer der Ford Motor Company

#7 Ich bin Einzelkämpfer – alles Schicksal?

Oh nein, glaub mir, es gibt ganz wundervolle Möglichkeiten sich mit anderen zu vernetzen und auszutauschen. Du musst mit deinen Fragen und Herausforderungen nicht alleine sein. Meine 3 Möglichkeiten stelle ich dir hier vor.

  • Meine Facebook-Gruppe: Du kannst hier alles fragen, was dich beschäftigt und das Beste: Sie kostet keinen Cent
  • Beratungsgespräch für Pädagogen und Lerntherapeuten. Buche dir gerne einen Termin für ein 1:1 Gespräch
  • Lerntherapeuten Netzwerk: Wenn du dir längerfristige Begleitung wünschst, dich mit anderen austauschen möchtest und dem Einzelkämpfer-Dasein endlich Lebewohl sagen möchtest, dann bist du hier genau richtig. Business Fehler machen wir alle mal, aber einige davon kannst du dir sparen und von den Erfahrungen der anderen lernen.

Dein nächster Schritt in die Lerntherapie

Wenn du dich in einem oder mehreren dieser Punkte wiedererkennst – keine Sorge. Diese Fehler machen viele beim Start. Aber: Du musst sie nicht alle selbst machen. Gerade der Austausch mit anderen Lerntherapeuten ist oft der Schlüssel, um schneller voranzukommen, Klarheit zu gewinnen und mutiger zu handeln.

Im Lerntherapeuten-Netzwerk begleiten wir dich genau dabei, mit konkreten Praxistipps und einer unterstützenden Gemeinschaft, die dich versteht. Kein Druck, kein Perfektionismus, nur echtes Miteinander.

Hier findest du alle Infos zum Netzwerk und wie du dabei sein kannst:
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Gemeinsam geht’s leichter – und weiter.

 

 

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