Vielleicht fragst du dich, ob das Lerntherapeuten-Netzwerk für dich das Richtige ist? Alle Infos zu Ablauf und Kosten findest du auf meiner Netzwerk-Seite. In diesem Blogbeitrag erzähle ich dir, wie es überhaupt dazu kam und warum ich im Sommer 2022 das Netzwerk gegründet habe.

Als ich mich 2018 als Lerntherapeutin selbständig gemacht habe, war ich Einzelkämpferin. Ich bin fachfremd zur Lerntherapie gekommen und musste mir vieles erst erarbeiten und meinen eigenen Weg finden. Das war anfangs ein ordentliches Stück Arbeit und ich weiß noch, wie viel ich im Internet recherchiert habe und hunderte Bücher gelesen habe. Ich war noch gar nicht so lange selbständig, da haben mich immer mehr andere Lerntherapeuten um Rat gefragt: Wie schaffst du es, von der Selbstständigkeit zu leben? Wie kommst du in den Austausch mit Schulen? Welches Fördermaterial eignet sich wofür? Und wie bist du überhaupt Lerntherapeutin geworden, obwohl du ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich kommst? Viele haben mich über meinen Blog gefunden.

Irgendwann wurde mir klar: Ich möchte Lerntherapeuten vernetzen, damit dieses Wissen nicht immer nur in einzelnen Gesprächen weitergegeben wird. Warum kann ich nicht einen Ort schaffen, an dem alle davon profitieren?

Auf einen Blick: Das Lerntherapeuten-Netzwerk ist meine bezahlte Community für Lerntherapeuten (89 €/Monat, in der Gründungsphase 45 €/Monat im ersten Jahr). Im Sommer 2022 habe ich es gegründet, weil mich viele Lerntherapeuten um Rat fragten und ich merkte: Dieses Wissen darf nicht verloren gehen. Du bekommst im Netzwerk Austausch, Entlastung, Supervision, Sichtbarkeit und wertvolle Kontakte, live-online und mehrmals im Jahr live vor Ort.

Wie kam ich auf die Idee zum Lerntherapeuten-Netzwerk?

Der Wunsch nach Austausch kam nicht nur von Lerntherapeuten, die gerade erst angefangen hatten. Eine Kollegin erzählte mir damals, dass sie schon viele Jahre als Lerntherapeutin arbeitete, ihr aber genau dieser Austausch fehlte. Ihre frühere Gruppe vor Ort hatte sich aus Altersgründen aufgelöst und plötzlich war da niemand mehr, mit dem sie regelmäßig über ihre Arbeit sprechen konnte. Das hat mir noch einmal gezeigt: Du kannst fachlich sehr erfahren sein und dich trotzdem allein fühlen. Gerade in der Lerntherapie arbeiten viele von uns solo-selbstständig oder sind an Schulen die einzige Person mit diesem Schwerpunkt.

Die Idee für ein Netzwerk war damit eigentlich schnell da. Schwieriger fand ich die Frage, wie ich das Ganze überhaupt umsetzen sollte.

Einfach mal anfangen, es könnte ja gut werden:-)

Die Idee ein Netzwerk zu gründen und Lerntherapeuten zu vernetzen hatte ich sogar schon Ende 2020, aber technisch hatte ich viele Fragezeichen im Kopf: Welche Plattform nehme ich, wie läuft die Bezahlung und wo finden alle die Termine und Aufzeichnungen? Es gab damals noch keine Website für Netzwerk, kein Logo, keinen Blog und nach außen war eigentlich noch gar nichts sichtbar.

Trotzdem habe ich dann irgendwann beschlossen, ich fange jetzt einfach mal an. Am 1. Juli 2022 ging das Netzwerk mit 8 Lerntherapeuten an den Start, was mich riesig gefreut hat. Dass daraus einmal ein Netzwerk mit über 50 Mitgliedern werden würde, hätte ich damals nicht gedacht.

Nach dreieinhalb Monaten war klar: Technisch braucht es mehr

Am Anfang nutzten wir für den Austausch die Plattform Slack, was völlig in Ordnung war, aber nach einigen Monaten wurde deutlich, dass es für unser Netzwerk auf Dauer nicht die passende Lösung war. Termine rutschten immer weiter nach unten und eine richtige Übersicht fehlte. Nach etwa dreieinhalb Monaten sind wir deshalb zu Mighty Networks gewechselt. Dort waren dann endlich Termine, Aufzeichnungen, Inhalte und der Austausch untereinander an einem Ort zu finden. Was sehr praktisch ist: Mighty gibt es auch als App, du hast das Netzwerk quasi immer bei dir.

Natürlich bedeutete auch das wieder eine neue Technik, in die man sich einarbeiten musste. Aber vieles war am Ende einfacher als gedacht und mit Mighty Networks hatten wir endlich alles an einem Ort.

Ich begleite auch online Schüler in der Lerntherapie, auch darüber tauschen wir uns im Netzwerk aus

Eine Kündigung nach drei Tagen hat einiges verändert

Auch beim Thema Mitgliedschaft habe ich nach und nach dazugelernt. Zu Beginn konnte man das Netzwerk einfach über einen Button buchen. Ich kannte die Personen vorher nicht und sie kannte mich meistens nur über meine Website oder meinen Newsletter.

Eine der ersten Teilnehmerinnen kündigte nach drei Tagen wieder. Das hat mich damals tatsächlich beschäftigt, denn ihr Grund war ausgerechnet unser Live-Austausch über Zoom. Genau das wollte sie nicht. Für mich war das überraschend, weil ich von Anfang an kommuniziert hatte, dass diese Treffen das Herzstück des Netzwerks sind. Gleichzeitig bekam ich von anderen Mitgliedern die gegenteilige Rückmeldung: Genau diesen persönlichen Austausch schätzen sie sehr und genau deswegen sind sie im Netzwerk.

Diese Erfahrung war für mich wichtig. Seitdem kann man nicht mehr einfach auf einen Bestellbutton klicken und ist Mitglied, sondern ich führe vorher mit jeder interessierten Person ein persönliches Gespräch. Dafür plane ich meistens etwa 20 Minuten ein, oft wird es auch länger:-) So können beide Seiten schauen, ob das Netzwerk wirklich passt und alle offenen Fragen klären.

Was sich aus dem Netzwerk entwickelt hat

Besonders schön finde ich, dass inzwischen immer mehr Dinge aus dem Netzwerk heraus selbst entstehen. Wir treffen uns regelmäßig auf der Didacta und einmal im Jahr bei unserem großen Netzwerktreffen. Dazu kommen inzwischen regionale Treffen, zum Beispiel in Niedersachsen, und auch in NRW ist bereits eines in Planung.

Außerdem entstehen Online-Schreibtreffen fürs Bloggen oder für Seminararbeiten und Austausch zu Themen wie Lerntherapie in der Schule, Konzentrationstraining, Selbstständigkeit oder Fördermaterial. Viele Ideen kamen von den Netzwerkmitgliedern selbst. Das heißt, das Netzwerk lebt vom Feedback der anderen und ich entwickle damit das Netzwerk kontinuierlich weiter.

So ist nach und nach ein ganzer Blumenstrauß an Möglichkeiten entstanden. Niemand muss überall dabei sein. Jeder kann für sich schauen, as brauche ich gerade und wo möchte ich online dabei sein.

Lerntherapeuten vernetzen. Unser erstes Treffen in Frankfurt 2023
Unser erstes Netzwerktreffen in Frankfurt 2023

Was bringt das Netzwerk konkret?

Aus der ursprünglichen Idee, Lerntherapeuten miteinander zu verbinden, ist inzwischen ein Netzwerk entstanden, das all im Alltag unterstützt. Vor allem deshalb, weil nicht jeder alles selbst herausfinden muss.

Zum Beispiel:

  • Supervision bringt Klarheit, wenn du bei einem Fall feststeckst oder einen neuen Blick auf eine Situation brauchst.
  • Du bekommst erprobte Materialtipps und Ideen, wie du vorhandenes Fördermaterial abwandeln kannst, statt immer wieder Neues zu kaufen
  • Du kannst schwierige Gespräche vorbereiten, zum Beispiel mit Eltern oder Lehrkräften oder rund um das Thema Nachteilsausgleich
  • Du sparst Recherche- und Vorbereitungszeit, weil du jederzeit im Netzwerk fragen kannst und auf die Erfahrungen anderer zurückgreifst
  • Du bekommst Unterstützung bei Business-Fragen, zum Beispiel durch unseren Steuerberater, der mindestens einmal im Jahr für unsere Fragen ins Netzwerk kommt
  • Du wirst sichtbarer, unter anderem über unsere Seite mit freien Lerntherapie-Plätzen, auf der Eltern gezielt nach Unterstützung suchen können.

Und manchmal entstehen sogar Möglichkeiten, mit denen vorher niemand gerechnet hätte. Auf der Didacta in Köln entstand über einen Kontakt aus dem Netzwerk für eine Lerntherapeutin aus Dresden eine Schulkooperation, obwohl sie selbst gar nicht auf der Messe war.

Wenn du genauer wissen möchtest, was dir die Mitgliedschaft bringt, habe ich das in meinem Artikel „Ist das Lerntherapeuten-Netzwerk das Richtige für dich? 10 Gründe“ ausführlicher zusammengestellt.

Für mich soll das Netzwerk persönlich bleiben

Auch wenn wir inzwischen über 50 Lerntherapeuten im Netzwerk sind, geht es mir nicht darum, einfach immer größer zu werden. Mir ist viel wichtiger, dass die Gemeinschaft persönlich bleibt und man sich wirklich kennt.

Ich möchte keine anonyme Plattform, auf der möglichst viele Menschen angemeldet sind, aber am Ende jeder doch wieder für sich bleibt. Das persönliche Kennenlernen gehört deshalb genauso zum Netzwerk wie die Möglichkeit, auch später auf mich zuzukommen, wenn es ein Thema gibt. Auch während der Mitgliedschaft nehme ich mir gerne 1:1 Zeit für einzelne Mitglieder.

Ich bin nicht nur diejenige, die Termine organisiert oder Inhalte einstellt, sondern selbst Teil dieser Gemeinschaft. Wachstum ist schön, aber nicht um jeden Preis. Das Netzwerk soll ein Ort bleiben, an dem man sich gesehen fühlt, miteinander ins Gespräch kommt und echte Verbindungen entstehen.

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Auch das ist immer Thema im Netzwerk: Wie fördere ich Schüler in einer Gruppe

Was mir beim Lerntherapeuten-Netzwerk besonders wichtig ist

Als ich das Netzwerk gegründet hatte, wollte ich einen Ort schaffen, an dem Wissen geteilt wird und niemand alles allein herausfinden muss. Denn viele Lerntherapeuten arbeiten solo-selbständig, da ist niemand, den man um Rat fragen kann. Ich möchte Lerntherapeuten auch darin stärken, die eigene Tätigkeit nicht unter Wert zu verkaufen. Unsere Arbeit hat eine langfristige Wirkung. Wir helfen Kindern nicht nur dabei, besser zu lesen, zu schreiben oder zu rechnen, sondern stärken auch ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Eine Kollegin aus dem Netzwerk hat es einmal sehr schön formuliert: „Wir treten gemeinsam dafür ein, Kinder zu Gewinnern in ihrem System zu machen und nicht zu Verlierern.“ Diese gemeinsame Haltung verbindet uns.

Für wen passt das Lerntherapeuten-Netzwerk?

Das Netzwerk passt zu Lerntherapeuten, die Lust haben, sich mit anderen auszutauschen und nicht jede Frage allein lösen möchten. Dabei ist es egal, ob du gerade erst startest, noch in der Ausbildung bist oder schon seit vielen Jahren als Lerntherapeutin arbeitest. Alle Details zum Ablauf, zu den Terminen und zur Mitgliedschaft findest du auf meiner Netzwerk-Seite.

Unser Ziel: Bis 2033 kennt jeder das Berufsbild Lerntherapeut

Ein Ziel begleitet uns seit unserem ersten großen Live-Treffen 2023 in Frankfurt. Es ist damals nicht in irgendeinem Strategie-Workshop entstanden, sondern morgens gemeinsam beim Austausch am Frühstückstisch. Uns war klar, wir brauchen eine Vision, ein Ziel worauf wir langfristig hinarbeiten können.

Bis 2033 soll jeder wissen, was ein Lerntherapeut macht und warum diese Unterstützung für Schüler so wichtig ist.

Dafür möchten wir Lerntherapie sichtbarer machen. Einige von uns bloggen, halten Vorträge, sprechen mit Schulen und Lehrkräften, tauschen uns mit politischen Akteuren aus und zeigen, was Lerntherapie leisten kann.

Wenn ich heute zurückblicke, finde ich selbst erstaunlich, was sich seit dem 1. Juli 2022 entwickelt hat. Wir sind mit acht Lerntherapeuten gestartet, das Netzwerk hatte keine eigene Website, kein Logo, keinen Blog und unsere erste Plattform war Slack. Ich hatte keine Ahnung, ob sich überhaupt jemand anmelden würde.

Heute sind wir über 50 Lerntherapeuten, treffen uns online und persönlich, organisieren regionale Treffen und entwickeln immer wieder neue Ideen miteinander. Das hätte ich damals nicht erwartet. Und vielleicht ist das eines meiner größten Learnings aus dieser ganzen Geschichte: Du musst nicht warten, bis alles perfekt vorbereitet ist.

Manchmal musst du einfach anfangen und schauen, was daraus entsteht.

„Danke Susanne, dass du diese Energie hast, dieses Netzwerk ins Leben gerufen zu haben und es so am Leben zu halten.“ Sabine Walker, Lerntherapeutin aus Kirchentellinsfurt

Möchtest du wissen, ob das Lerntherapeuten-Netzwerk zu dir passt?

Dann schau dir hier alle Informationen zum Netzwerk an und vereinbare gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir:

Susanne Seyfried

(Weiterleitung zu Brevo Meet)

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